Alina Neumann - Pool: Realschule am Karlsberg

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Alina Neumann - Pool

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Pool

Nervös zitterte ihre linke Hand unter dem Stab. Nicht das Spiel bereitete ihr Sorgen. Sie fühlte sich unbehaglich, viel zu schlaksig und viel zu ungeschickt und groß für dieses genaue Spiel. Ständig musste sie an ihr Aussehen und ihr Wirken denken. Vermutlich sah sie dabei gar nicht so unbeholfen aus, wie sie annahm. Wenn sie schrecklich aussah, hätte er sie nicht so gemustert, da war sie sich sicher. Sie stach auf den Ball ein und er kullerte meilenweit am Loch vorbei. Sie fluchte laut, damit er es hören konnte. Sie wollte seine Aufmerksamkeit. Als sie das Spiel beendet hatten, nahm sie mit ihrer Familie an einem Tisch, unweit von ihm, platz. Wie gerne wäre sie jetzt allein hier gewesen, ohne ihre Eltern und ihre Geschwister. Die Augen des Jungen sahen wieder schüchtern zu ihr herüber. Als würde er sie ansprechen wollen, bewegte er sich manchmal auf sie zu. Jedoch zögerte er und drehte sich wieder zu seiner Platte um. Er setzte zum nächsten Stoß auf die vielen bunten Kugeln an. Sie beobachtete ihn genau. Seine langen Arme lagen beinahe elegant auf dem grünen Grund der Platte und seine Beine waren gestreckt, wenn er auf ihr lehnte. Er hatte schöne Beine, lange Beine bei denen die Proportionen ebenmäßig waren und die Haut, glatt wie sie war, glänzte. Seine Kappe, die er falsch herum auf dem Kopf trug, verhinderte, dass ihm die langen Haare ins Gesicht fielen. Sie hatten eine wunderbare blond-braune Farbe. Nervös drehte sie ihr Handy in der schweißnassen Hand. Sie war für ein mögliches Gespräch vorbereitet und aufgeregt, wegen den vielen schüchternen Blicken zwischen ihnen. Einer der beiden müsste die Chance ergreifen und den ersten Schritt tun. Sie dachte an den kleinen Zettel, den sie vor einigen Stunden noch in ihrem Hotelzimmer geschrieben, und in ihre Hosentasche gesteckt hatte. Sie hatte es beim Abendessen nicht geschafft ihm diesen Zettel zu geben. Aus Zufall sah sie ihn jetzt noch in der Spielehalle, es war ihre Chance. Er sah sie wieder an. Seine Augen waren dunkel, sie fand sie wunderschön und sie hätte wetten können, seine Stimme war genauso wunderbar. Immer wieder nippte er verlegen an seiner Fanta und lugte verstohlen zu ihr und ihrer Familie herüber. Sie erwiderte den Blick und versuchte sich an einem Lächeln. Die Zahlen in ihrer Hosentasche brannten. „Mach schon“, schienen sie zu schreien. Es war ihre letzte Gelegenheit, der letzte Moment.

Ihre Eltern zogen sich bereits die Jacken über, ihre Geschwister taten es ihnen gleich. Ihre Familie ging zum Ausgang und sie trotte brav hinterher, ihre Jacke über den Arm gelegt. Er sah sie noch einmal an und wortlos verabschiedeten sich die beiden. Nun hatte sie ihre Chance verschenkt, sie würde ihn nie wieder sehen. Und sie wusste noch nicht mal seinen Namen.

Alina Neumann 2016, Klasse 10